Neubeginn zwischen Aufregung, Unsicherheit und Zuversicht
Manchmal fühlt sich ein Neubeginn gleichzeitig schön und ein bisschen beängstigend an.
Du freust dich auf das Neue – und vermisst vielleicht trotzdem schon ein wenig das Alte.
Du bist gespannt und gleichzeitig unsicher. Du möchtest losgehen und würdest am liebsten vorher wissen, ob alles gut gehen wird.
Vielleicht müssen wir gar nicht sicher sein, um zuversichtlich zu sein.

Wenn plötzlich alles neu ist
Auch ich stehe gerade an einem Neubeginn. Ein neuer Arbeitsplatz, neue Menschen, neue Aufgaben, neue Abläufe.
Und obwohl ich mich auf vieles freue, ist da gleichzeitig diese Aufregung. Dieses kleine Kribbeln, das mich daran erinnert:
Hier betrete ich gerade Neuland.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl.
Und vielleicht kennen es gerade auch viele Familien.
Die Sommerferien sind vorbei. Ein neues Schuljahr beginnt. Für manche Kinder bedeutet das eine neue Klasse, eine neue Lehrkraft oder sogar eine neue Schule. Für andere ist eigentlich vieles vertraut – und trotzdem fühlt sich der erste Schultag ein bisschen anders an.
Auch für Eltern beginnt wieder etwas Neues.
Neue Routinen. Neue Termine. Neue Herausforderungen.
Und mittendrin: dieses Kribbeln.
Aufregung ist nicht automatisch ein schlechtes Zeichen
Wenn wir aufgeregt sind, möchten wir dieses Gefühl oft möglichst schnell loswerden.
Wir wollen uns beruhigen.
Wir sagen uns:
„Das wird schon.“
„Mach dir keine Sorgen.“
„Du brauchst doch keine Angst zu haben.“
Aber vielleicht müssen wir die Aufregung gar nicht sofort wegmachen.
Vielleicht können wir ihr erst einmal zuhören.
Denn in der Gewaltfreien Kommunikation geht es darum, wahrzunehmen, was in uns lebendig ist.
Vielleicht bin ich aufgeregt, weil mir etwas wichtig ist.
Vielleicht brauche ich Sicherheit.
Orientierung.
Verbindung.
Unterstützung.
Oder einfach Zeit, um mich an das Neue zu gewöhnen.
Aufregung bedeutet nicht automatisch, dass etwas falsch ist. Manchmal bedeutet sie einfach, dass etwas wichtig ist.
Zuversicht bedeutet nicht, keine Angst zu haben

Wir wünschen uns bei einem Neubeginn oft Sicherheit.
Wir möchten wissen:
Wird alles gut gehen?
Werde ich das schaffen?
Wird mein Kind gut zurechtkommen?
Nur leider können wir diese Antworten meistens noch nicht kennen.
Zuversicht ist etwas anderes als Sicherheit.
Zuversicht bedeutet für mich nicht: „Es wird alles gut.“
Sondern eher: „Ich weiß noch nicht, wie es wird. Aber ich vertraue darauf, dass ich Schritt für Schritt meinen Weg finden werde.“
Schritt für Schritt
Wir müssen nicht schon am Anfang wissen, wie der ganze Weg aussieht.
Vielleicht reicht der nächste Schritt.
Der erste Arbeitstag.
Der erste Schultag.
Das erste Gespräch.
Der erste Versuch.
Und wenn etwas schwierig wird, dürfen wir wieder innehalten und uns fragen:
Was brauche ich gerade?
Vielleicht eine Pause.
Vielleicht Unterstützung.
Vielleicht Ermutigung.
Vielleicht einfach jemanden, der zuhört.
Auch das ist für mich ein Teil Gewaltfreier Kommunikation: nicht gegen das eigene Gefühl anzukämpfen, sondern mit sich selbst in Verbindung zu bleiben.
Dem Neuen Raum geben
Vielleicht müssen wir nicht wissen, was kommt, sondern dürfen dem Neuen mit all seinen Gefühlen Raum geben und darauf vertrauen, Schritt für Schritt unseren eigenen Weg zu finden.
Nicht sicher. Aber zuversichtlich.
Vielleicht ist Zuversicht genau das: nicht zu wissen, was kommt – und sich trotzdem zuzutrauen, damit umgehen zu können.
Mehr zur Haltung der Gewaltfreien Kommunikation findest du beim Center for Nonviolent Communication.
👉 https://www.cnvc.org
Mit Herz,
Melanie Lockenvitz – Räume für Wandel
Coachin für Gewaltfreie Kommunikation & LilaLiebe®-Beraterin nach Kathy Weber | Pädagogin | Fachkraft für Integration | Dreifach-Mutter im Patchwork




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